Freewriting: Federleicht in den Schreibfluss kommen

Liebe Federfreunde

Für mich steht fest: Freewriting ist eine der besten von mir seit Jahren erprobten Methoden, um ohne Blockade in den Federfluss zu kommen, mit Leichtigkeit Wörter zu Sätzen zu kombinieren und die Schreibkompetenz schnurrstrax zu verbessern. Mein Tipp ist, täglich fünfzehn Minuten frei zu schreiben. Die einzige Regel dieser Übung lautet: Bleibt ständig im Schreibfluss, setzt den Stift nie ab. So habt ihr beim Schreiben keine Zeit zum Nachdenken, Korrigieren und (Ver)Zweifeln.

Federfux_Logo_Var5Ich mache es so: Ich flitze mit meiner Feder übers Blatt und fetze alle Gedanken, die mir just durch den Kopf schwirren, aufs Papier. Ich korrigiere nichts, ich lese nichts durch, Grammatik und Rechtschreibung kümmern mich keinen Furx. An manchen Tagen sind meine Sätze wilde Gedankensprünge (muss Fuxbau putzen – draussen schneit es –  Ist mein Fuxschwanz zu rot? Bin ich in einem Alter, in dem ich die Haare färben sollte?), an anderen Tagen fliesst mein Gedankenstrom ruhig und ich versinke beim meditativen Schreiben im Mondschein wie ein Zen-Meister in wahrhaftigste Transzendenz.

Der erste Vorteil dieser Freischreib-Übung ist, dass man fix die Angst vor dem Anfang verliert. Das sage ich zu all jenen, die in der Schule immer zu hören bekamen: «Du kannst nicht schönschreiben, du kannst nicht rechtschreiben, nicht schreiben, nicht schreibenblablabla.»

Der zweite Vorteil kommt all den Federfreunden zugute, die keine Schreibhemmung an sich haben und vielleicht beruflich regelmässig schreiben, denen jedoch der Zugang zu ihrem eigenen persönlichen Ausdruck verwehrt und ihre Schöpferkraft im Rad der Routine eingerostet ist.

Also: Schreibt drauflos ohne Hemmung! Zwanghaftes, verfrühtes Korrigieren macht die Tinte gummig, den Schreibfluss zäh und tötet das Leben eines Texts ab. Doch wenn ihr frei und ohne Zögern schreibt, bekommt euer Schreiben Natürlichkeit, Rhythmus und einen inneren Antrieb, also genau die Kraft und Energie, die eure Leser am Ende verzaubert.

Gute Federführung – fünfzehn Minuten ohne Pause!  
P.S.: Mehr Tipps und Tricks gibt’s in meiner «Fliegenden Schreibwerkstatt». Die ist vollgepackt mit meinen besten Erzählkniffen. Schaut mal rein, wenn ihr mögt.